L.R. ([info]stuffyouknow) wrote,
@ 2007-08-25 10:55:00
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BarCamp Cologne 2
Genau vor einer Woche fand das zweite BarCamp in Köln statt. Viele haben schon darüber gebloggt, da muss ich mich natürlich anschließen. Erstmal erzähle ich ein wenig über die Sessions, die ich mir angehört habe. Später wird es noch ein zweites englischsprachiges Posting geben, in dem ich stärker auf "decentralized social networking" eingehen werde.

Die erste Session, die ich mir am Samstag anhörte, hatte erstmal gar nichts mit dem Thema Web 2.0 zu tun. Es ging um das Selbstmanagementsystem Getting Things Done (GTD) von David Allen. Ich hatte schon einiges darüber gehört und wollte nochmal genau wissen, was es damit auf sich hat, zumal ich noch einen Weg suche ein paar Dinge bei mir zu ordnen. Der Vortrag wurde übrigens von Oliver Gassner gehalten. Wenn jemand meine Handschrift entziffern möchte, hier sind meine Notizen dazu.

In der zweiten Session ging es um das BarCamp Rhine. Die Idee: Mit einem Schiff über den Rhein von Basel bis Rotterdam, BarCamps auf dem Schiff und in den Häfen. Wenn alle organisatorischen Probleme (Woher bekommt man ein Schiff und wer sponsort das?) geklärt sind soll die Aktion nächstes Jahr starten. Ich bin mal gespannt.

Danach gab es eine kleine Runde mit den Machern von woobby ("waiting for jason") zum Thema closed beta und wie man seinen Dienst mit einer geschlossenen Gruppe am besten Testen kann: Wie lange? Wie viele? Welche Leute? Zwar habe ich im Moment noch kein Projekt in diesem Stadium, aber das kann ja noch kommen.

Nachmittags gab es dann den wohl interessantesten Session-Block: Es ging los mit Sebastian Küpers und The Future of Private Data. Die Idee von dezentralen soziale Netze mit OpenID, Microformats und ähnlichen Technologien wird noch erweitert ... der Benutzer hält seine Daten bei sich und ähnlich wie es ein Digital Rights Management (DRM) heute für Musik und Videos gibt soll ein persönliches DRM jedem die Chance geben zu entscheiden, welches Unternehmen wie lange welche Daten von ihm verwenden darf. Spannender Gedanke! Direkt danach stellte Dirk Olbertz sein Projekt NoseRub vor, vielleicht der erste Schritt in diese Richtung. Im ersten Schritt ist es eine Anwendung in der ich alle meine Kontakte eintrage und dann deren RSS-Feeds z.B. vom Blog, von Fotos auf flickr/sevenload an einer Stelle sammle, so dass ich sofort sehe, was es neues von den Leuten gibt, Die Installationen von NoseRub sollen sich untereinander zu einem dezentralen sozialen Netzwerk vernetzen. Ich muss es dringend mal testen, danach schreibe ich vielleicht noch mehr! Es gibt einen Eintrag über NoseRub im Blog von Matthias Gutjahr, bei dem ich mich hier auch nochmal offiziell bedanke, dass er mich morgens mit dem Auto von meiner Unterkunft in Köln-Sülz nach Ossendorf mitgenommen hat, so dass ich Zeit und Geld für die KVB sparen konnte.

Das letzte am Samstag war für mich mein eigener Vortrag. Ich wollte ursprünglich über ähnliche Dinge wie Sebastian und Dirk reden, also auch die dezentralen sozialen Netze in den Mittelpunkt stellen. Da dieses Thema jedoch schon ganz gut abgedeckt war habe ich spontan noch meine Folien geändert und mehr die technische Seite von OpenID betont.
Die Folien zu meinem Vortrag gibt es hier. An den Vortrag schloss sich noch eine lange Diskussion an, vor allem ein interessantes Gespräch mit dem CTO von weblin, der überlegt, wie man OpenID in den eigenen Dienst integrieren kann. Wir haben so lange geredet ... vermutlich waren wir die letzten, die zum Grillen nach draußen kamen ...

Am Sonntagmorgen ging es los mit der Polizeisession, die wohl im letzten Jahr eines der Highlights des BarCamps in Köln war. Ein Vertreter der Polizei in NRW versuchte uns klarzumachen, dass die Polizei eigentlich das Web 2.0 erfunden hat, das ganze auf ein wenig selbstironische und sehr unterhaltsame Weise! Beispiel: "Jeder Beamte meldet, wann er wo ist und was er dort macht! Wir twittern also seit über 30 Jahren!"

Danach gab es einen Vortrag über Game Mechanics und deren Anwendung in sozialen Netzen, der eigentlich eine gekürzte und übersetzte Version des Vortrags Putting the fun in functional von Amy Jo Kim. Es ging darum, wie man gewisse Urtriebe des Menschen ansprechen kann, um sie auf einer Plattform zu halten. Die Stichworte sind collecting (sammeln, Set vervollständigen), earning points (Wettbewerb, wer bekommt die meisten? Punkte einlösen für Prämien), feedback (Bewertungen, Kommentare), exchange (strukturierte soziale Interaktion) und customization (Individualisierung). Beim Punkt feedback sind auch solche lockeren und unkomplizierten Aktionen wie das "gruscheln" (TM) in StudiVZ gemeint. Man kann jemand anderem zeigen, dass man an ihn gedacht hat, ohne sich überlegen zu müssen, was man schreibt - passend für unsere schnelllebige Zeit. Die Referentin erzählte eine Anekdote aus Italien, dort sei es beispielsweise schon üblich einfach nur andere Telefone anzuklingeln ohne das Ziel, wirklich mit demjenigen zu sprechen. Die eigene Nummer in der Anruferliste reicht als Gruß.

Die letzte Session vor dem Mittagessen war von Silke Berz, die kurz einige gut gemachte Web-Widgets darstellte, ohne allerdings auf technische Details einzugehen. Es waren vor allem sehr viele Shopping-Widgets dabei, mit denen man z.B. einen kompletten Online-Shop in einer Werbebanner-ähnlichen Fläche unterbringen kann.

Leider konnte ich mir die Nachmittagssessions nicht mehr anhören, da ich Köln wieder rechtzeitig verlassen musste. Auf dem Heimweg fand ich mich in einem der ICE-Züge mit WLAN wieder. Scheinbar ist die UMTS-Anbindung bei 300km/h doch nicht so zuverlässig. Ich war während wir aus Köln herausfuhren kurz im Internet, später auf der Strecke bekam ich jedoch keine vernünftige Verbindung. Da muss wohl noch was getan werden. Immerhin kann man die Position des Zuges schön auf einer Karte verfolgen.

Insgesamt muss ich sagen: Auch dieses BarCamp, mein zweites, hat mir wieder viel Spaß gemacht! Ich hatte die Möglichkeit mit Leuten zu reden, die ich bisher nur aus dem Netz kannte, und auch ganz neue Menschen zu treffen, von den vielen Informationen in den Sessions mal ganz abgesehen. Herzlichen Dank an die Organisatoren und Sponsoren (insbesondere Raumsponsor QSC) für alles!




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Nice
[info]peterrcharles
2007-12-16 09:33 am UTC (link)
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